Schlechte Gesetze, schlechte Väter!

Sie nehmen Elternzeit, lieben das Vatersein, sind aktiv auf Spielplätzen und in Elternräten: Väter bekommen heute fast durchweg ein positives Image. Mehmet Yildiz und ich haben mit einer Anfrage an den Senat jetzt ermittelt, ob die Zahlen halten, was der Zeitgeist verspricht. Siehe da: Es ist nicht so. Alleinerziehende Väter lassen sich kaum statistisch darstellen, die Anzahl der Unterhaltsklagen ist nur mäßig zurückgegangen. Auch die Elternzeit ist nocht so erfolgreich, wie stets verkündet: Dauer sowie Bezugshöhe des Elterngeldes sinkt bei Männern.

Arme Kinder! Papa lässt euch nach wie vor im Stich! Er ist nicht da, er zahlt nicht. Sein Elternzeit-Konto nutzt er nicht aus! Nicht einmal jeder zehnte Mann arbeitet in Teilzeit.

Ist der Mann einfach unbelehrbar? Ein ewiger Jäger, ein Patriarch, ein Windelkneifer? Wenn das so einfach wäre! Dem Mann, der Vater wird, kann ich kaum eine individuelle Schuld geben.

Warum das so ist: Das Elterngeld ist zu niedrig. Die Schutzfristen für ElternzeitlerInnen sind zu schlecht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ungenügend. Es sind die Gesetze, die dem Mann das Vatersein unmöglich und der Frau das Mutttersein so belastend machen. Staat und Kapital (für weniger Radikale: Privatwirtschaft) lassen ihn nämlich nicht, ohne dass er um seine Existenz und die seiner Familie fürchten müsste.

Also leben Mann und Frau weiterhin in stereotypen Rollen miteinander und oft genug gegeneinander. Alleinerziehende Mütter tragen weiterhin das größte (Alters-)Armutsrisiko, arbeiten prekär, klagen Unterhalt ein, und müssen sich später auch noch vorwerfen lassen, sie sind Schuld, wenn das Kind nicht gut gerät. Es ist zum k*****!
Väter würden nämlich gern weniger arbeiten, sich mehr um die Lütten kümmern, Erziehungsarbeit teilen, Familie leben – sagen alle Statistiken.

Es ist ein Skandal, dass sich die Familienministerinnen Schröder, früher die siebenfache Mutter von der Leyen, hinstellen und ihre blöden Gesetze loben, die nur den Besserverdienenden nutzen und denen, die mit Ehegattensplitting und Männerkarrieren ihre Lebensvisionen verwirklichen.

Schluss damit. Ich will eine Kinderarmutssicherung. Ich will Elterngeld, von dem man leben kann. Ich will eine ausgeglichene Arbeitszeitverkürzung für alle. Und zwar so schnell wie möglich. Damit Kinder und ihre Eltern glücklich sind. Die MOPO hat die Anfrage von mir in der letzten Woche dargestellt. Gut gelungen, finde ich!

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