Die Alsterschleusenwärter und ich

Die Vizepräsidentschaft ist mit einigen Würden verbunden. Zum Beispiel die Wahrnehmung repräsentativer Termine. Die Bürgerschaft wird zu allerhand Veranstaltungen eingeladen – und ich nehme diese Termine wahr, wenn niemnd anders kann. Denn: Ich stehe am Ende die Liste aller Vizes, weil ich der kleinsten Fraktion angehöre.

Jetzt habe ich n der Congregation der Alsterschleusenwärter teilnehmen dürfen, die es seit 25 Jahren gibt. Jedes Jahr wird ein Ehren-Alsterschleusenwärter oder eine Ehren-Alsterschleusenwärterin ernannt. Er oder sie muss „Schleusen für Hamburg“ geöffnet haben. Wer sich vertieft in die Materie der Vereinigung einarbeiten möchte, kann dies auf deren Homepage tun.

Das Treffen fand im Alex statt. Der liegt direkt an der Alster. Das ist – ich betone es aus gutem Grund – einer der beiden Hauptflüsse Hamburgs. Der andere ist die Elbe.

Es war ein Promiaufmarsch. Wie immer war Uwe Seeler dabei, auch Christian Seeler, ein Sänger namens Rolf Zuckowski und noch viele andere wohl bekannte Hamburger und einige Hamburgerinnen.

Ich saß an einem Tisch mit drei Damen. Eine war von der Spielbank, eine vom Citymanagement und eine von der BILD. Wir haben die zufällige Runde gut genutzt, uns unaufgeregt unterhalten, Visitenkarten ausgetauscht. Wir haben einige Themen vertieft und gut gegessen. Besonders die Tomatensuppe war klasse.

Die Procedur der Verleihung der Ehren-Alsterschleusenwärterschaft verlief unaufgeregt hamburgisch. Viele Fotos wurden gemacht, die Lokalsender waren dabei.

Reinhold Beckmann war der Geehrte und er ließ es sich nicht nehmen, in seinem bekannt-typischen Plauderton das Co-Referat zu halten. Reinhold Beckmann erzählte von sich, dass er seit 20 Jahren in Hamburg lebt. Und welche Würde es für ihn sei, die Ehrung zu erhalten. Und wie er Kindern hilft. Allerdings sollte er dann noch vor die Tür gehen, sagte er, damit auch draußen noch Fotos gemacht werden könnten. Wo dies geschähe? Am See, sagt der Mann. Am See?!

Es gibt am Jungfernstieg keinen See. Es gibt nur die Alster. Wer 20 Jahre in Hamburg lebt, sollte wissen, dass die Binnenalster vielleicht aussieht wie ein See, aber keiner ist. Und wie ein Witz klang es auch nicht.

Ob das einen Kratzer in seine frisch erhaltene Ehren-Alsterschleusenwärterschaft macht, weiß ich nicht, Gemurrt hat bei dem Ausspruch keiner.

Ob es Morgen in der BILD steht? Wenn die Dame aufgepasst hat, vielleicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.