Budni-Einkaufstüten in pink – und?

Einer meiner politischen Schwerpunkte hat stets in der Frauengesundheit gelegen. Brustkrebs ist ein bedeutsamer Bestandteil dieses Politikfeldes, denn er ist die häufigste Krebsform, die Frauen bekommen. Aber Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs und kommt vor allem im Alter vor.

Die Diagnose muss – in jedem Alter – ein Schock sein. Sie verändert das Leben. Ich wundere mich trotzdem, warum ein bislang relativ erfolgloses Screening-Programm in breiten Teilen der Bevölkerung eine so hohe Akzeptanz hat.

Mein Eindruck ist: Es wird mehr Werbung gemacht als dass vernünftig informiert wird. Da passt die „Pink“-Aktion gut rein: Im Herbst letzen Jahres leuchtete die Alster-Fontäne pink, jetzt gibt die Drogerie-Kette Budnikowski pinkfarbene Papp-Tüten aus. Um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen. Schön wärs ja – aber darum geht es (leider) nicht. Diese Aktionen sind reine Marketing-Maßnahmen für das Mammografie-Screening. Die Information ist gleich Null.

Wider aller bisherigen Erkenntnisse wird die Iniative dafür, auf die „besseren Heilungschancen durch Früherkennung“ aufmerksam zu machen. Die Mopo berichtete damals über mein Kritik.

Ich habe die Budni-Aktion zum Anlass genommen, eine Anfrage an den Senat zu richten, wie das seit mittlerweile acht Jahren laufende Programm wahrgenommen wird und welche Erfolge es ausweist. Die Teilnahmeraten von 2010 waren miserabel, lagen bei unter 50 Prozent. Da kann man nicht von Screening sprechen. Die Befunde waren ebenfalls nicht herausragend.

Hingegen gibt es viele falsche Befunde, die Frauen unnötig zur Patientin machen oder aber die sie in falsche Sicherheit wiegen, weil ein Tumor übersehen wurde. Wie viel Leben gerettet werden, weil das Screening gemacht wird, da sind sich diverse Studien nicht einig. Die meisten besagen allerdings, dass der Nutzen des Screenings äußerst gering ist.vor dem Gesundheitsausschuss übrigens

Am 23. April findet in der Hamburgischen Bürgerschaft übrigens auf Antag der Linksfraktion eine ExpertInnenanhörung zur Gendermedizin statt. Wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen. Es wird bestimmt eine interessante Veranstaltung, über die ich auch berichten werde.

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