Pech, wenn Du suizidgefährdet bist und keinen Internetanschluss hast

Mich fragte letzte Woche eine gute Bekannte, ob ich Hilfe wüsste. Ein junger Mann hätte ihr erzählt, er hätte einen Suizidversuch gemacht. Diese Auskunft konnte ich zwar umgehend geben. Das Hilfesystem in Hamburg ist schnell erreichbar. Man muss nur wissen, wo …

… und wo man gegebenenfalls suchen muss, wenn man erst einmal nicht weiß, welche Kontaktstellen die richtigen sind. Ich denke, es ist mittlerweile einen Binsenweisheit, dass man alle Ansprachen diesbezüglich sehr ernst nehmen muss. Vorbei sind glaube ich die Zeiten, wo artikulierte Selbstmordgefährdung als Wichtigtuerei abgetan wurde.

Fakt ist aber auch: Hilfe sollte schnell kommen, damit kein weiterer Versuch dazu kommt. Wer an Eigentötung denkt, befindet sich in einem Tunnel der Auswegslosigkeit. In jedem Alter. Treten bestimmte Umstände ein, kann sich das Risiko rasch verstärken.

Gerade in der letzen Woche habe ich in der Bürgerschaft auch dazu geredet: Die Suizidalität ist bei homosexuellen Jugendlichen ist überproportional hoch. Ich sah viele nickende Köpfe, als ich diesen Satz sagte. Suizidgefährdet sind überproportional auch ältere Menschen. Frauen und Männer unterscheiden sich insgesamt nicht so sehr.

Dennoch ist die Suizidrate bei Männern höher. Der Grund: Sie kündigen einen Versuch oft nicht an, sondern setzen ihn gleich um. Daher habe ich aufgehorcht, als mich meine Bekannte ansprach. Ein junger Mann sendet solche Signale? Da schrillten bei mir die Alarmglocken!

Auf den Seiten von Hamburg.de wird man relativ schnell fündig. Hinterlegt ist ein Faltblatt, dass man sich auch herunterladen kann. Und dann lese ich den Satz: Die Druckversion ist vergriffen.

Toll. Dann hat man einfach Pech, wenn man zu den Offlinern gehört? Ich habe daher eine Kleine Anfrage an den Senat gerichtet und einmal nachgehakt. Und ich hoffe, der Nachdruck geht umgehend in Auftrag.

Ein Kommentar

  1. Kersten Artus sagt:

    Hans-Dieter Schröder – #1 – 15.04.2013 08:49 – (Antwort)

    Liebe Kersten,
    wie schon oft passiert, auch wenn man keinen Stromanschluß mehr hat. Ohne Strom, auch in vielen Fällen, kein Telefon. Ohne diese simplen Dinge im Leben vereinsamen Menschen noch mehr, und die Gefährdeten greifen dann zum letzten, wie sie meinen, Mittel. Leider.

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