Info-Stand am Grindel: „Rückt mal näher zusammen!“

grindel2Es ist Sonnabend, der 20. Juli 2013. Es ist die 18. Etappe meiner Sommertour. Rainer, Johanna, David, Helli, Isabel und ich machen einen Info-Stand am Grindel!

Ich stehe auf dem Foto vor der Beach-Flag, die KLAR in der Hand. Links stehen Stand und Schirm der LINKEN, rechts stehen Stand und Schirm der SPD. Rotrot am Grindel – nicht jedem gefällt das.

Zuvor kam nämlich ein junger Mann daher und fragte uns, ob wir eine Genehmigung für den Platz hätten. Es würde immer nur eine Partei eine Genehmigung für diesen Platz bekommen, wir sollten ihm daher unsere Genehmigung zeigen. Was er sonst noch sagte, hörte sich altbacken an und ist nicht zitierfähig. Wie sich herausstellte, gehörte er zur Boy-Group des SPD-Bundestagskandidaten für Eimbüttel. Auch die SPD wollte hier und heute informieren – und zwar ohne rote Konkurrenz.

Was macht man bei so gutem Wetter bei so guter Stimmung mit einem aufgebrachten Juso? Er musste heute zwei wichtige Sachen lernen: 1) Die SPD ist kein Erfüllungsorgan der Exekutive. 2) Wer pünktlich ist, hat den besseren Platz.

Als uns etwas später – Niels Annen war eingetroffen, LINKE und SPD verteilten mittlerweile einträchtig nebeneinander – eine Frau zuruft: „Rückt mal mehr zusammen!“, wirkte das daher ein bisschen so, als hätten wir sie für einen realsatirischen Sketch bestellt.

Eine weitere Passantin hat mich jedoch gezielt darauf angesprochen: „Wollt ihr regieren?“ Ich sagte: „Ja, aber ich weiß nicht, mit wem. Wer für Kriegseinsätze stimmt, mit dem geht das nicht. Wer das Hartz IV-Regime gut findet, mit dem geht das auch nicht. Es gibt derzeit keine Partei, die koalitionsfähig mit uns ist, deswegen müssen wir wieder eine starke Opposition im Bundestag werden.“ Die Frau stimmte mir zu und ging zum SPD-Stand rüber. Was sie dort fragte und redete, habe ich natürlich nicht mitgehört, aber sie hatte mir vorher noch gesagt, dass sie uns wählt.

Es ist doch nunmal so: Die anderen sagen, mit uns kann man nicht regieren. Dabei ist es anders rum. Würden sie mit uns regieren, würden sie nicht nur links blinken, sie müssten auch links abbiegen. Das wollen sie aber nicht. Regierungswechsel ja – Politikwechsel nein.

Sollten SPD und Grüne am 22. September keine Mehrheiten bekommen, wird die SPD daher eher eine Große Koalition mit der CDU eingehen, als wirklich soziale Gerechtigkeit umzusetzen. Geplänkel am Info-Stand hin oder her, es geht um viel bei dieser Bundestagswahl. Um mehr als um den richtigen Platz an der Straße. Es ist daher schön, wenn uns die Leute genau fragen. Und es ist noch schöner, wenn sie anschließend bei der Mitbewerberin nachfragen!

Ein Kommentar

  1. fred jörke-kunath sagt:

    Das ist mal wieder ein sehr interessanter Infostand-Bericht. 🙂

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