Besuch im Franziskus-Tierheim

ftDie vorletzte Etappe meiner Sommertour führte mich und David zum Franziskus-Tierheim in Lokstedt. Neben mir steht Frank Weber, mit „Sui“ auf dem Arm – er leitet das Heim. Ich trage „Luise“, die sich eng an mich drückte. Vor uns steht „Herr Schröder“.

Das Franziskus-Tierheim ist ein nicht staatlich unterstütztes Domizil für Hunde, Katzen, Nager, Vögel, das sich ausschließlich durch Spenden, vielfach Erbschaften, sowie durch die Vermittlung von Tieren, finanziert.

Der Tierschützer Frank Weber ist vielen bekannt als Fernsehmoderator, vor allem aus hundkatzemaus. Er ist aber auch Landesleiter des Bundes gegen Tiermissbrauch – zu dem auch das Franziskus-Tierheim gehört.

Auch einige handzahme Hühner leben hier, die auf „Herrn Schröder“ eine magische Wirkung hatten. Nicht umsonst müssen sie eingezäunt werden …

Das Büro von Frank Weber hat eine Glaswand, hinter der einige Katzen wohnen – und die während der ganzen Zeit unseres Gesprächs in Action waren: Sich balgten, auf den Kratztürmen herumsprangen, durch die Fensterscheibe schauten. Ich hatte große Mühe, konzentriert zu bleiben!

Wir haben uns sehr intensiv über die mangehafte Umsetzung des Staatsziels Tierschutz ausgetauscht. Würde dieses Land seinen verfassungsgemäßen Auftrag adäquat erfüllen, gäbe es keine Tierversuchsanstalten, keine Massentierhaltung, ausreichend Geld für Katzenkastrationen freilebender Tiere – und nicht diese willkürlichen Hundegesetze.

Auf unserem Rundgang durch das Gebäude fiel mir besonders ein junger sanfter Boxer auf, den ich spontan ins Herz schloss. Seine Vorbesitzer hatten ihn unbedacht gekauft und wollten ihn schnell wieder loswerden. Ich glaube, es wird nicht lange dauern, bis er ein neues Zuhause gefunden hat.

Ein riesiger belgischer Schäferhund, der in einem anderen Zwinger eingesperrt war, sprang mehrere Male hintereinander ca. zwei Meter hoch, als er uns sah. Der wird eine erfahrene Hand benötigen, dachte ich mir.

Was mir sehr gut gefallen hat: Die Katzen leben nicht in Käfigen, sondern in Kleingruppen zusammen. Alle Tiere haben die Möglichkeit, sich drinnen und draußen aufzuhalten. Die Hunde werden drei Stunden am tag ausgeführt – vor allem durch viele Ehrenamtliche. Und seitdem die Desinfektion nicht mehr so stark betrieben werde, gäbe es weniger Resistenzen und weniger Krankheiten, berichtete uns Frank Weber.

Das war ein wirklich toller Termin! Wir halten Kontakt!

 

2 comments

  1. Fred Jörke-Kunath sagt:

    Das ist mal wieder ein toller Bericht, der mir auch etwas zu Herzen geht. Wir haben unseren West-Higland-Terrier vor ca. 10
    Jahren aus dem Lüneburger Tierheim geholt. Wir sind immer noch froh darüber.

  2. Georg Fries sagt:

    Ein sehr schöner Bericht. Freut mich, daß Sie auf ihrer Sommertour auch im Franziskus-Tierheim waren! Wir haben von dort seit 2007 unseren Kater, der zwar in einem 2qm-Abstellraum im Tierheim war, aber das nur, weil er schwer krank von den anderen Katzen „gemobbt“ worden war. Hochintelligenter Kater, der uns als Chef, die Position nahm er sich ganz selbstverständlich, durchaus nicht unterdrückt^^. Sobald das Katzenwahlrecht eingeführt wäre, würde Felino Linkspartei wählen, und aus Lokalpatriotismus, da Sie sein lebensrettendes Franziskus-Heim besucht haben, natürlich Sie.

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